B8: Funktion von NFAT-Transkriptionsfaktoren bei der Megakaryopoese
Projektleitung: PD Dr. A. Kiani
Als Vorläuferzellen von Thrombozyten (Blutplättchen) nehmen Megakaryozyten eine besondere Stellung bei der Regulation von Blutgerinnung, Thrombose und Wundheilung ein. Störungen der Megakaryozytenfunktion und –reifung können zu hämatologischen Erkrankungen wie Thrombozytopenie, Myelofibrose oder Leukämien führen. Megakaryozyten sind Zellen des Knochenmarkes und reifen dort unter dem Einfluss von Thrombopoietin in einem mehrtägigen Prozess aus hämatopoietischen Stammzellen heran. Dieser Prozess der Megakaryopoese wird durch ein komplexes Zusammenspiel verschiedener intrazellulärer Proteine, sogenannter Transkriptionsfaktoren (z.B. GATA-1, FOG), gesteuert.
Der Transkriptionsfaktor NFAT (Nuclear Factor of Activated T cells) reguliert die Produktion von Zytokinen in aktivierten T-Lymphozyten und ist daher im Immunsystem von übergeordneter Bedeutung. Eine Expression von NFAT konnte durch unsere Gruppe auch in Megakaryozyten nachgewiesen werden, aber die Funktion von NFAT in diesen Zellen ist nicht bekannt. In dem vorliegenden Projekt soll die Bedeutung von NFAT für die Megakaryopoese untersucht werden. Hierbei werden verschiedene experimentelle Systeme zur Anwendung kommen, bei denen die Expression von NFAT artifiziell verstärkt oder unterdrückt wird. Durch diese Untersuchungen erhoffen wir, ein besseres Verständnis über die molekulare Regulation der Megakaryopoese zu erlangen. Eine genaue Kenntnis dieser Vorgänge soll in der Zukunft ermöglichen, diese bei Erkrankungen der Megakaryopoese therapeutisch beeinflussen zu können.

