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Sie sind hier: Startseite Sonderforschungsbereich 655 Projekte 1. Förderperiode A11-Braun-Dulleaus

A11: Proliferation vs. Differenzierung: Beitrag hämatopoetischer Zellen zu Transdifferenzierungsprozessen bei vaskuloproliferativen Erkrankungen - Beendet.

— abgelegt unter:

Projektleitung: PD Dr. R. Braun-Dulleaus

Atherosklerose, eine fortschreitende Erkrankung, die sich in der Akkumulation von Fetten, weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und faserigen Elementen in den Gefäßen manifestiert, ist weiterhin der Hauptgrund für die wachsende Zahl an Herzerkrankungen. Heute wissen wir, dass so genannte „Risikofaktoren“ wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Hypercholesterinämie und Zigarettenrauchen eine entzündliche Antwort der Gefäßwand triggern, die zur lokalen Akkumulation von Leukozyten, hauptsächlich Monozyten, führt. Diese Leukozyten produzieren viele verschiedene Wachstumsfaktoren, die die muskulären Gefäßwandzellen (Gefäßmuskelzellen) zur Migration aus der Gefäßwand in die wachsende Plaque anregen. Gefäßmuskelzellen, Leukozyten und Cholesterin stellen die Hauptkomponenten der atherosklerotischen Plaque dar, die zur Gefäßverengung führt bzw. durch einen plötzlichen Einriss den Gefäßverschluss mit einem resultierenden Herzinfarkt verursacht.

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Seit Kurzem ist jedoch bekannt, dass ein Teil der Gefäßmuskelzellen innerhalb der atherosklerotischen Plaque bzw. der Endothelzellen ihren Ursprung auch aus dem Blut, den Leukozyten, haben kann (grün gefärbte Zellen der unteren Abbildung).


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Es wird angenommen, dass diese Zellen aus Stammzellen hervorgegangen sind. Deren genauer Ursprung wird jedoch weiterhin kontrovers diskutiert. Lange bekannt ist, dass – neben Stammzellen -eine bestimmte Population der Leukozyten, die Monozyten, ebenfalls zu anderen Zellarten differenzieren kann. Z.B. können Monozyten zu Makrophagen, Dendritischen Zellen, Osteoklasten und Osteoblasten differenzieren. In Anbetracht ihrer Bedeutung für den lokalen Entzündungsprozess während des Plaquewachstums, hypothetisieren wir, dass Monozyten ebenfalls zur Transdifferenzierung in Gefäßmuskelzellen oder Endothelzellen innerhalb der sich entwickelnden Neointima fähig sind. Da wir insbesondere an der Interaktion der residenten Zellen (den Gefäßmuskelzellen) mit den lokal akkumulierenden Monozyten interessiert sind, werden beide Zellarten in Ko-Kultur gehalten.